David Pollmann arbeitet an der Schnittstelle von Skulptur, Performance, Video und Installation. Seine künstlerische Praxis begreift den menschlichen Körper zugleich als Subjekt und als Werkzeug – als Träger von Erfahrung ebenso wie als formgebende Kraft im Raum. Dabei untersucht er die räumlichen, physischen und konzeptuellen Beziehungen zwischen Körper, Objekt, Material und Umgebung.
In seinen Arbeiten erscheint der Körper nicht als stabile Einheit, sondern als Prozess: als etwas, das sich im Handeln, im Zeichnen, im Bewegen erst konstituiert. Performative Zeichnung und skulpturale Elemente fungieren dabei als Mittel, um die Grenze zwischen Bewegung und Form zu verschieben – als Übergang von flüchtiger Geste zu materieller Spur. Pollmann interessiert sich für jene Schwellenmomente, in denen Präsenz in Abwesenheit umschlägt, Struktur in Transformation, Handlung in Form.
Philosophisch berührt seine Praxis Fragen nach der Verkörperung (Embodiment) und nach dem Verhältnis von Mensch und Ding. Der Körper wird nicht nur als Ausdruck innerer Intentionalität verstanden, sondern als Teil eines relationalen Gefüges, in dem Material Widerstand leistet, Raum antwortet und Objekte zu Mitakteuren werden. In dieser Perspektive entsteht Bedeutung nicht isoliert im Subjekt, sondern im Wechselspiel von Körper, Materialität und Kontext.
Seine Arbeiten entfalten sich häufig in kollaborativen und interdisziplinären Formaten, die Verbindungen zwischen Bildender Kunst, Choreografie und Raumgestaltung herstellen. Dadurch wird Kunst zu einem gemeinsamen Denk- und Erfahrungsraum, in dem Bewegung, Wahrnehmung und Form als offene Prozesse erfahrbar werden – als kontinuierliche Aushandlung zwischen Sein und Werden.